(Rezension aus DFR 207/2025)
Satu Rämö: Hildur: Die Toten am Meer
Die seit über zwanzig Jahren in Island lebende Finnin Satu Rämö feiert mit der Krimireihe um die isländische Ermittlerin Hildur große Erfolge. So hat sich ihre Buchreihe mittlerweile über eine Million Mal weltweit verkauft, wurde als Miniserie abgedreht und gehört in Deutschland zur Spiegel-Bestsellerliste.
Die Toten am Meer ist der vierte Band um die außergewöhnliche Ermittlerin Hildur und kann, dies sei vorangestellt, gut gelesen werden, ohne die vorherigen Krimis der Reihe zu kennen. Es handelt sich um einen atmosphärisch dichten Kriminalroman mit vielschichtigen Handlungen und intelligenten Lösungen.
Die Autorin Satu Rämö hat ihre Stärken in knappen Beschreibungen, die einen bildlich starken Eindruck von Island vermitteln und den Leser nicht nur an der Story halten und fesseln, sondern auch für Land und Leute begeistern. Tatsächlich wird der Kreis derer, die einzig aufgrund der Hildur-Romane nach Island reisen, immer größer, was aufzeigt, wie begeisternd die Autorin über Island zu berichten weiß. Immer wieder kommt es während der spannungsvollen Handlungsstränge zu wunderbaren Beschreibungen von Natur und Landschaft, die diese Reihe so auszeichnen.
Inhaltlich wird der Leser auch in diesem Roman mitgenommen in die Geschichte von Hildurs Familie, die man in den vorherigen Bänden bereits kennengelernt hat. Daneben gibt es gleich mehrere Ungereimtheiten wie einen schwer verletzten Arbeiter eines Kreuzfahrtschiffes, unerklärliche Einbrüche in Ferienhäuser ohne Diebstähle und Skelette auf dem elterlichen Anwesen am Meer. Es entsteht ein Geflecht von besonderen Verstrickungen, von Macht, Korruption und einem im Hintergrund schwebenden Familiendrama. Ein melancholisch daherkommender Krimi für alle, die Spannung, psychologische Motive und die Besonderheiten von Island erleben möchten.
Satu Rämö: Hildur: Die Toten am Meer (Rakel. Aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara, Helsinki 2024). Heyne Verlag München, 2024, 368 S. ISBN 9783453442894, 16 Euro
Dr. Ulrike Klein
Quelle: Deutsch Finnische Rundschau 207/2025