(Rezension aus DFR 205/2025)
Ein neues Werk von Dr. Detlev Pleiss ist seitens des Landesverbandes Niedersachsen der DFG veröffentlicht worden, gleichsam eine Hommage an den verdienten deutsch-finnischen Historiker. Gehörte doch zu dessen Hauptverdiensten, das Auftreten der finnischen Truppenteile im besetzten Deutschland zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges untersucht zu haben (2017).
In der jetzt vorgelegten militärischen Biografie des ranghohen schwedischen Militärs finnischer Herkunft Erich Andersson Trana (1586-1634) hat Pleiss akribisch den Lebensweg des späteren „Generalkriegskommissars“ des schwedischen Königs Gustav II. Adolf von einem „Waldbauernbub aus Karelien“ zum hochchargierten Offizier gezeichnet. Erich Andersson Trana war ein „Lehrmeister“ der militärischen Logistik und fiel im Herbst 1634 bei der Belagerung von Minden. Trana hat sich unter anderem im Sommer 1632 „um die verwundeten finnischen Reiter in Hildesheim“, und zuvor „um die 400 Kranken im Lager vor Rostock“ (S. 82) verdient gemacht. War doch der „Krankenstand“ stets hoch: Am 31.1. 1631 meldeten die Savokarelier „99 ‚sjuka‘ unter ihren 758 Mann“.
Was die Persönlichkeit von Erich Andersson Trana weiterhin interessant werden ließ, war die Tatsache, dass er als Kronbeamter „mitten im Dreißigjährigen Krieg in Norddeutschland drei Jahre lang mehr Macht als die meisten einheimischen Fürsten“ ausübte (S. 9). Lautete auch Tranas Denkspruch „Ein ehrlicher und redlicher Mann bleibt ein ehrlicher und redlicher Mann“ (S. 83).
Detlev Pleiss‘ von Neuem gut verständlich zu lesendes biografisches Werk zeichnen kurze prägnante Sätze aus. Als ganz besondere Auszeichnung des Landesverbandes Niedersachsen der DFG ragt zudem heraus, das schöne Werk in deutscher sowie in finnischer Sprache ediert zu haben.
Detlev Pleiss: Erich Andersson Trana. Vom Saimaa- und Ladoga-See zur Porta Westfalica. In: Kipinä, Mitgliederinformationen der DFG Niedersachsen e.V., Sonderausgabe 187, Mai 2024, Papierflieger Verlag GmbH, Clausthal-Zellerfeld, (kein Einzelpreis)
Dr. Michael Peters
Quelle: Deutsch Finnische Rundschau 205/2025