(Rezension aus DFR 203/2024)
In deutscher Ausgabe ist in diesem Jahr der erste Roman von Eeva Louko erschienen. Die 42-jährige Finnin lebt in Espoo, ist von Hause aus Reporterin mit einer Begeisterung für Kriminalfälle und einer Vorliebe für das Meer. Ihr Debut Kalte Flut vereint Beides und kommt als nordischer Krimi, der auf der Insel Lauttasaari in Helsinki spielt, daher und eroberte die Bestsellerlisten in Finnland. Protagonistin ist die in England lebende Reporterin Ronja Vaara. Sie eilt nach Hause in ihre finnische Heimat, als sie von der Polizei wegen eines am Strand von Lauttasaari aufgefundenen Toten benachrichtigt wird. Es entwickelt sich eine spannungsgeladene, atmosphärisch dichte Geschichte, die den Leser fesselt und mitnimmt in ein Handlungsgeflecht mit Spuren in die familiäre Vergangenheit der Reporterin.
Eeva Louko schafft eine drückende Stimmung – der am herbstlichen, grau-schlammigen Strand aufgefundene Tote ist dabei der direkte Einstieg in diesen auch bildlich gut geschriebenen Roman mit sehr klaren Worten. Die 394 Seiten lohnen sich für Finnlandfreunde und Krimifans, lassen dabei auf die in Finnland bereits erschienenen zwei Folgebände hoffen.
Eeva Louko: Kalte Flut. Onnellisten saari. Aus dem Finnischen von Anu Katariina Lindemann. Heyne Verlag München, 2024, 394 Seiten. ISBN 978-453-42735-8. 16 Euro.
Dr. Ulrike Klein
Quelle: Deutsch Finnische Rundschau 203/2024